Kachelofen: Nachhaltige Wärme im Fokus

26,8 % der Österreicher bevorzugen Kachelöfen, wie eine Studie des Österreichischen Kachelofenverbands zu den beliebtesten Heizsystemen belegt. Nachhaltige Wärme und Unabhängigkeit gewinnen weiter an Bedeutung.

Der Kachelofen bleibt in Österreich ein beliebtes Heizsystem: 26,8 % der Befragten einer aktuellen Studie des Österreichischen Kachelofenverbands geben an, den Traditionsofen als bevorzugte Heizart zu wählen – ein Anstieg gegenüber 24,1 % im Vorjahr. Tatsächlich genutzt wird der Kachelofen allerdings nur von 8,1 % der Bevölkerung. Damit liegt der Kachelofen in der Wunschliste der Österreicher:innen auf Platz 1, wenn es um die bevorzugte Heizform geht.

Die meistgenutzten Heizsysteme sind derzeit Fernwärme (32,2 %) und Gas (22,5 %). Weniger verbreitet sind Photovoltaik-Anlagen (6,9 %), Kachelöfen (8,1 %), Strom (9,9 %) und Öl (11,1 %). „Das gestiegene Interesse am Kachelofen hat sich bereits während der Corona-Pandemie entwickelt und wurde durch die Gas-Krise weiter verstärkt. Viele Menschen sind verunsichert, was die Versorgungssicherheit betrifft“, erklärt DI Dr. Thomas Schiffert, Geschäftsführer des Kachelofenverbands. Besonders Nutzer von Öl- und Stromheizungen tendieren verstärkt zum Traditionsofen.

Der Nachhaltigkeitstrend ist ungebrochen: 29,2 % der Befragten empfinden Fernwärme als am komfortabelsten, gefolgt von Wärmepumpen (27,9 %) und Kachelöfen. Holz und Holzprodukte (Pellets, Hackschnitzel, Holzbriketts) liegen mit 22,7 % ebenfalls hoch im Kurs, ebenso wie Photovoltaik-Anlagen (22,3 %). Am wenigsten beliebt sind Öl, Gas und Strom. „Wir beobachten eine klare Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu nachhaltigen, heimischen Lösungen. Neben Umweltaspekten spielen auch Kosten und Versorgungssicherheit eine große Rolle. Brennholz ist dabei nicht nur eine regionale, sondern auch die kostengünstigste Alternative“, so Schiffert. Laut Statistik Austria stammten 34 % des Raumwärmeverbrauchs 2021/22 aus Holzheizungen, inklusive Biomasse-Fernwärme sind es sogar 41 %. Im November 2024 sank der Scheitholzpreis um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr und ist deutlich günstiger als Heizöl und Erdgas.

Mit steigendem Alter wächst die Beliebtheit des Kachelofens: Bei den über 50-Jährigen ist er das bevorzugte Heizsystem, bei den über 60-Jährigen sogar bei 33,9 %. Jüngere Menschen zwischen 15 und 28 Jahren zeigen mit 13,7 % deutlich weniger Interesse. „Das ist nachvollziehbar, da der Kachelofen meist erst bei eigenen Wohnobjekten relevant wird“, erläutert Schiffert.

Beim Wunsch nach einem Kachelofen werden regionale Unterschiede deutlich: Kärnten führt mit 36,7 %, gefolgt von Tirol und Vorarlberg (35,5 %) sowie Niederösterreich und Burgenland (29,2 %). In ländlichen Gebieten ist das Interesse besonders hoch, auch die Wiederinbetriebnahme älterer Kachelöfen gewinnt an Bedeutung. In Wien liegt die Präferenz bei 19,1 %, doch gerade in Gründerzeithäusern sind Kachelöfen eine attraktive Option.

Ein wachsender Trend ist die Kombination des Kachelofens mit anderen Heizsystemen, etwa Wärmepumpen. „Wärmepumpen benötigen bei kalten Temperaturen viel Strom und können dann zur reinen Stromheizung werden. Hier kann der Kachelofen effizient ergänzen oder als Ganzhausheizung fungieren“, so Schiffert.

Wer 2025 einen Kachelofen anschafft, kann den neuen Handwerkerbonus in Anspruch nehmen: Die Arbeitsleistung von Handwerkern wird mit bis zu 1.500 Euro pro Person gefördert. Anträge sind online möglich, eine doppelte Förderung darf nicht erfolgen.

Der Österreichische Kachelofenverband unterstützt mit Forschung und Beratung die Hafner in Österreich und ist Mitglied bei ACR – Austrian Cooperative Research.

*) Die Studie wurde Ende November bis Anfang Dezember 2024 in einer Feldzeit von zwei Wochen von Marketagent durchgeführt. Befragt wurden auf Basis eines Online Access Panels rund 1.000 Personen.

 

Bildquelle: Kaufmann Keramik